Architekten-Blog für Südtirol

Am Anfang Leichtathletik am Ende Fußball

Das Olympiastadion ist recyclebar. London leistet sich ein reversibles Stadion für Olympia 2012, und doch bleibt danach alles wie es ist.



Das Olympia Stadion Visualisierung

Das Olympiastadion London wird das Herzstück der Olympischen Sommerspiele 2012, der Sommer-Paralympics 2012 sowie der Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2017 sein.

Es entstand in den Jahren 2008 bis 2011 im neuen Olympiapark an der Marshgate Lane im Stadtteil Stratford, neben dem Fluss Lea. Das Stadion bietet 80.000 Zuschauern Platz, womit es vorübergehend das drittgrößte Stadion des Landes und auch der Stadt ist, hinter dem Wembley Stadium und dem Twickenham Stadium.

Vorübergehend 80.000 Zuschauer?

Gemäß dem Organisationskomitee LOCOG sollte es 80.000 Sitzplätze bieten und Austragungsort der Eröffnungs- und Schlussfeier sowie der Leichtathletik-Wettbewerbe sein. Nach Beendigung der Spiele sollte es gemäß den ursprünglichen Plänen in ein reines Leichtathletikstadion mit 25.000 Sitzplätzen und ein sportmedizinisches Zentrum umgewandelt werden.

Die Architektur hat es ermöglicht. Denn unter der Prämisse der Nachhaltigkeit geplant, ist dieses Stadion wandelbar wie keines vor ihm. Bis Juni 2009 wurde die Leichtathletikanlage aus dem weichen Lehmboden herausgegraben, umgeben von einer „Schüssel“ aus Beton mit den 25.000 permanenten Sitzplätzen.

Anschließend begann der Aufbau der temporären und wieder entfernbaren Bereiche aus Leichtstahl und -beton, wo sich die weiteren 55.000 Sitzplätze befinden werden.[5] Schließlich werden das Dach und die Außenhülle errichtet, die aus einer extrem leichten Polymer-Membran bestehen. Letztere wird das gesamte Stadion umspannen, etwa 900 m lang und 20 m hoch.


Anders als geplant

Mittlerweile gibt es für das Olympic Stadium neue Pläne für die Nachnutzung. Fußball wird es werden und nicht Leichtathletik. Der Londoner Fußballclub West Ham United erhielt nämlich am 11. Februar 2011 den Zuschlag für eine Nachnutzung des Stadions.

West Ham United möchte das Stadion von 80.000 auf 60.000 Plätze reduzieren; die Leichtathletikanlage soll aber erhalten bleiben. Der Verein sucht eine neue Spielstätte, weil auf dem Gelände des jetzigen Stadion Boleyn Ground ein Wohngebiet und Einkaufszentrum gebaut werden sollen.

Der Verein wird das Gebäude nur noch um 20.000 auf 60.000 Plätze abrüsten und das Stadion an seine Bedürfnisse anpassen. Geradezu absurd erscheint dagegen die Vorstellung des Konkurrenzvereins Tottenham Hotspur, der ebenfalls am Olympiastadion Interesse zeigte.

Dort dachte man aber darüber nach, das Stadion abzureißen und durch ein neues, an gleicher Stelle errichtetes Fußballstadion zu ersetzen. Und das nach einer Bausumme für das Olympia Stadion von 486 Millionen €.

5 Brücken zum Stadion

Nach 1908 und 1948 wird London 2012 zum dritten Mal Austragungsort Olympischer Spiele sein. Das Herzstück der Spiele ist das Olympic Stadium.

Neben den Leichtathletik-Wettbewerben werden hier die Eröffnungsfeier und die Schlussfeier der Olympiade stattfinden. Insgesamt werden es 208 Veranstaltungen sein, die hier, am südlichen Zipfel des Olympia Parks, ihren Austragungsort finden.

Der Besucher erreicht das Stadion über 5 Brücken, denn es ist an drei Seiten von Wasseranlagen umgeben. Die größte dieser Zuwege führt vorbei am neuen Aquatics Centre von Zaha Hadid.

Architekten: Populous – Olympia Stadion London 2012 – Great Britain, England, London

Quelle Architektur: Mapolis

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