Architekten-Blog für Südtirol

Aus Müll eine Brücke bauen

Ökobrücke in Israel. In Israel zeigt ein gewagtes Projekt wie man aus Abfall eine Brücke baut. Eine Brücke aus ausrangierten Schiffscontainern soll im Ariel Sharon Park in Tel Aviv entstehen, der bezeichnenderweise der Stadt bis zum Jahr 1999 als Mülldeponie diente. Unter Mithilfe verschiedener Umweltorganisationen begann 2001 ein gigantisches Recyclingprojekt mit dem Ziel aus der Hiriya – Mülldeponie den Ariel Sharon Park zu erschaffen.


So erscheint es nur logisch, dass auch eine Brücke innerhalb des Parks aus recyceltem Material sein sollte. Das Areal auf dem sich die Econtainerbridge einmal befinden soll, liegt in direkter Nähe zur Stadt Tel Aviv und dem dazugehörigen Flughafen Ben Gurion Airport.

Dreimal so groß wie der Central Park

Der neu entstandene Park hat eine Fläche von 2000 Hektar und ist damit dreimal so groß wie der Central Park in New York. Das gesamte Renaturierungsprojekt wird in Summe wahrscheinlich 250 Millionen Dollar kosten. Benannt wurde der Park nach Ariel Sharon dem ehemaligen Ministerpräsidenten Israels. Dieser war zur damaligen Zeit ein engagierter Unterstützer des Projektes. Die neu entstandene Parklandschaft besteht aus einem Hügel mit einer Schlucht welche einen tiefen Einschnitt hinterlässt.

Die Schlucht braucht eine Brücke

Die Architekten von Yoav Messer Architects entwickelten 2012 eine Brücke die über diese Schlucht hinweg führt. Die Brücke soll die Schlucht über eine Distanz von 160m überspannen und nicht nur als Durchgangsmöglichkeit sondern auch als Aufenthaltsort fungieren. Sie bietet an verschiedenen Stellen Aussichtsplattformen und damit die Möglichkeit über das Land hinweg bis nach Tel Aviv zu blicken.

Die Brücke besteht aus aussortierten Schiffscontainern und nutz so konsequent Recyclingpotentiale. Die Container bilden den Hauptbestandteil der Brückenkonstruktion. An drei Punkten trägt die Brücke ihre Last über jeweils vier Pfeiler auf den Boden ab. Die Wände und Dächer der früheren Container sollen, ohne zusätzliche Verkleidungen, als Fassade der Brücke dienen. Einige der Containermodule werden an ihren Längsseiten geöffnet und ermöglichen somit den angestrebten Ausblick auf die Umgebung. Jalousien ähnliche Fassadenverkleidungen sorgen für den nötigen Sonnenschutz, auf diesen können zusätzlich Photovoltaikelemente angebracht werden welche dann den „grünen Strom“ für die Nachtbeleuchtung der Brücke erzeugen.

Die Architekten haben sich in ihrem Brückenentwurf viele Gedanken zum Thema Nachhaltigkeit und Naturschutz gemacht. So sollen die einzelnen Teile der Brücke komplett in Fabriken hergestellt werden. Dies dient einem größtmöglichen Schutz des renaturierten Areals rund um den potentiellen Bauplatz während der Bautätigkeiten.

Recycling zu Ende gedacht

Da es sich bei der Ecotainer Bridge derzeit nur um einen Entwurf handelt bleibt unklar ob die Brücke jemals im Ariel Sharon Park gebaut werden wird. Trotzdem gefällt die Idee die Recycling Gedanken des Parks als ehemalige Mülldeponie konsequent zu Ende zu denken.


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