Architekten-Blog für Südtirol

Bühne frei

Mit dem Bau des Hauses „Benois“ hauchten die Berliner Architekten nps tchoban voss einem ehemaligen Werksgelände in St. Petersburg wieder neues Leben ein.


Ein Haus für die Kunst

Das Geschäftshaus GEMA – auch Haus Benois genannt – liegt im heutigen Kalininski-Bezirk von St. Petersburg und geht aus der Sanierung eines ehemals viergeschossigen Industriegebäudes hervor.

Die Außenfassade des Haus Benois ist ganz dem Künstler Benois und seinem Schaffen gewidmet. Alexander Nikolajewitsch Benois, russischer Maler, Schriftsteller, Kunsthistoriker und Kunstkritiker, arbeitete viel für das moderne Ballett, ihm gelang es, die russische Kunst und Kultur weltweit bekannt zu machen.

So entstand die Idee Skizzen, die der berühmte russische Künstler Alexander Benois (1870-1960) für Theaterkostüme entwarf, als Vorlage für die Gestaltung der großflächigen Glasfassade zu verwenden. Noch dazu stand das Gebäude, in dem Benois Ende des 19. Jahrhunderts lebte, auf dem Grundstück des heutigen Geschäftshauses GEMA.

Mit dem Entwurf von nps tschoban voss wurde der vormals vierstöckige Bau um weitere vier Stockwerke in Skelettbauweise aus Stahl erweitert. So entstand hier das multifunktionale Geschäftszentrum GEMA.


Ein Fassadenbild wie ein Ballett

Die Frontfassade, die sich zur Straße hin zeigt, erregt wegen ihrer Farbigkeit und ihrer Motive großes Aufsehen, denn verschiedene Kostümentwürfe von Alexander Nikolajewitsch Benois inszenieren hier einen wahres Theater.

Die digitalen Druckvorlagen der Figurinen wurden mit einem speziellen Verfahren auf die Ganzglasfassade aufgebracht. Eine Pfosten-Riegel-Konstruktion zieht sich als Unterkonstruktion über das gesamte Gebäude.

Während auf der Straßenfront bunte, verspielte Figuren eine Art Theaterauftritt inszenieren, zeigt die Hofseite eine moderne Gestaltung in unterschiedlichen Grautönen.

Der durch den Straßenverlauf bedingte Knick in der Fassade bildet eine Art Gelenk. Ein punktgehaltenes Glasfassadenelement, das sich über die gesamten acht Stockwerke erstreckt, markiert den Eingang.

Verbindung von Tradition und Moderne

Die kreative und facettenreiche Fassadengestaltung mit bedruckten Gläsern setzt das St. Petersburger Geschäftshaus GEMA perfekt in Szene und sorgt dafür, dass das Gebäude nachhaltig im Gedächtnis bleibt.

Architekten: nps tchoban voss – Haus Benois – St. Petersburg

Quelle Architektur: Mapolis

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