Architekten-Blog für Südtirol

Comic-Blasen in China

Die Rotterdamer Architekten MVRDV haben den Wettbewerb für das Comic and Animation Museum CCAM in der ostchinesischen Metropole Hangzhou gewonnen. Bei dem Entwurf für das Museum haben sich die Architekten durch die moderne Comic-Ästhetik inspirieren lassen und sinnfällig ein Ensemble aus acht überdimensionalen Sprechblasen designed.


Die acht Baukörper ergänzen sich zu einem futuristischen Museumskomplex mit einer Nutzfläche von 32.000 Quadratmetern. Ein gelungenes Detail ist dabei die reliefartig gestaltete, gemeinsam mit dem Amsterdamer Graphikdesign-Büro JongeMeesters entwickelte Betonfassade mit ihren kreisrunden Fenstern, die mit ihrer monochrom weißen Oberfläche ganz ausdrücklich an chinesische Vasen erinnern soll. Um die Assoziation an übergroße 3-D-Sprechblasen noch zu forcieren, sollen außerdem auch Texte auf die Fassade projiziert werden können.


Ähnlich spektakulär wie die Außenhülle präsentiert sich auch das Innere der fließend ineinander übergehenden und dabei jeweils spiralförmig und über große Rolltreppen erschlossenen Box-in-Box-Konstruktion.


Neben Flächen für die eigenen Exponate sowie für Wechselausstellungen haben MVRDV dabei auch drei Kino- und Theatersäle mit insgesamt 1111 Plätzen, eine umfassende Comic-Bibliothek, Räume für die Museumspädagogik sowie eine große Lobby vorgesehen.


Besondere räumliche Perspektiven und Durchblicke werden dabei in den Übergangsbereichen zwischen den einzelnen Bubbles entstehen. Zusätzlich zum Raumprogramm im Inneren des Museums sind dann auch eine öffentliche Plaza, ein Expo-Center für Messen und Festivals sowie mehrere künstliche Inseln im direkt angrenzenden See geplant.


Neben der aerodynamisch optimierten Form sollen auch die Nutzung von Erdwärme, natürlicher Belüftung und Adiabater Kühlung für eine gute Energie-Effizienz des CCAM sorgen. Mit dem Bau des 90 Millionen Euro teuren Neubaus soll bereits im kommenden Jahr begonnen werden.

Ihren Hang zu extravaganten Formen haben MVRDV schön häufiger bewiesen. Ähnlich radikal wie seinerzeit beim Niederländischen Expo-Pavillon in Hannover mit seinen übereinander geschichteten Landschaften testen die Architekten mit dem CCAM jetzt erneut die Grenzen des ästhetisch und bautechnisch Möglichen aus.

Fakten

Brutto-Grundfläche: 32.000 m²
Netto-Grundfläche: 134.000 m²

Sagen Sie uns Ihre Meinung

*