Architekten-Blog für Südtirol

Das Kaufhaus für Tirol

David Chipperfield bietet eine all umgreifend überzeugende Lösung für den Bau des jahrelang geplanten Kaufhaus Tyrol. Das Kaufhaus Tyrol als Brückenschlag in die Moderne.


Wer an die Nord-Tiroler Hauptstadt denkt, dem kommt das berühmte goldene Dach, die waghalsige Hahnenkamm Abfahrt oder das alljährliche Neujahrsskispringen auf der Berg Isel Schanze in den Sinn. Doch auch Shopping-mäßig hat unsere Nachbar-Stadt einiges zu bieten und ist immer wieder einen Besuch wert.

Das Kaufhaus Tyrol wurde von dem englischen Architekten David Chipperfield geplant und stellt eine Brücke zwischen Alt und Neu her. Die Fassade sollte sich bestmöglich in das Bild der Straße eingliedern, ohne die historischen Bauten, welche an das Kaufhaus angrenzen, zu imitieren.

Chipperfield – e in Glücksgriff, wie alle Parteien nicht müde werden zu versichern. Und ja – der smarte Brite kann mehr als der Kunst und Kultur ihre maroden Häuser in neuem Glanz erscheinen zu lassen. Auch der Kommerz findet in seinem Arbeitsspektrum einen Platz.


Auf den insgesamt 33.000 m² Fläche präsentieren einheimische und internationale Firmen, sowie sechs Gastronomiebetriebe einen Mix, der die Innsbrucker Innenstadt zu einem unvergesslichen Shopping-Erlebnis für Einheimische, Touristen und Kongressteilnehmer macht.

Shoppingtempel folgen eigenen Gesetzen. Mit dem Flächenangebot für den Verkauf und die Lage und Größe der öffentlichen Erschließungsflächen steht und fällt der wirtschaftliche Erfolg eines Kaufhauses.

Es wurde ein System der Betonkernaktivierung installiert, welches die Kühl- und Heizungskosten minimiert. Laut einer Ökobilanz sollen 5000 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden. Im Inneren wird durch die Glaskuppel und das offene Treppenhaus das Kellergeschoss mit Tageslicht beleuchtet.


Kaufhaus TYROL ist 100 Jahre Zeitgeschichte

Die Geschichte des Kaufhaus TYROL ist nicht nur die Geschichte österreichischer Handelsvisionäre und Wirtschaftstreibender. Die Genese des Kaufhaus TYROL spiegelt 100 Jahre Zeitgeschichte wider, 1908 wurde Tirols erstes Einzelhandelsgroßkaufhaus von den jüdischen Familien Bauer und Schwarz eröffnet.

Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg begann 1945 der fast zehnjährige Wiederaufbau des Gebäudes. 1966 folgte die Namensänderung in „Kaufhaus Tyrol“.

Im Fall des Kaufhaus Tyrol „folgt das Neue einer sehr ruhigen modernen Sprache, um den Reichtum des Alten hervorzuheben.“ Keine Imitation von nicht mehr vorhandener historischer Substanz, sondern ein adäquater Brückenschlag.

Die im Inneren zu erwartende bunte Schilderschlacht bleibt aus, zugunsten eines ausgewogenen Konzepts aus einigen wenigen Materialien und durchdachten Proportionen. „Stets aufs Neue bezaubern“ – ist die Philosophie des Hauses. Einen Besuch ist das Kaufhaus Tyrol immer wert.

Architekten: David Chipperfield – Kaufhaus Tyrol – Innsbruck

Quelle Architektur: Mapolis

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