Architekten-Blog für Südtirol

Das modernste Hausboot der Welt

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Hightech auf dem Wasser: Im Lausitzer Seenland (Ostdeutschland) entsteht das modernste Hausboot der Welt. Häuser die ihren eigen Strom und warmes Wasser erzeugen gibt es schon lange, an Land. Jetzt will ein Verbund von Fraunhofer-Forschern und Unternehmen diese Vision auch für Hausboote verwirklichen. Dafür wollen die insgesamt 14 Projektpartner von Autartec, wie sich das Vorhaben nennt, auf dem Senftenberger See im Lausitzer Seenland eine Reihe von Zukunftstechnologien kombinieren.


Frei im See: Strom, Wärme, Wasser

Ufernahe Besiedlung bietet nicht nur ein außergewöhnliches Wohnumfeld, sondern auch besonders günstige Bedingungen für zukunftsweisende Energie- und Wasserversorgung. Am Beispiel des »schwimmenden autartec®-Hauses« soll die Integration der dafür erforderlichen Komponenten erprobt werden.

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Das mit 23 Seen und einer Gesamtfläche von 13 000 Hektar größte künstliche Seengebiet Europas – das Lausitzer Seenland – erhält eine weitere Attraktion, das modernste Hausboot der Welt.

Der Wärmespeicher ist im Beiboot

Die Autarkie hat im Seenland, bei dem es sich um renaturierte Braunkohletagebaue handelt, durchaus einen praktischen Hintergrund wie Ulrich Potthoff vom Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme in Dresden erklärt: “Viele der Seen in der Lausitz sind noch von Infrastruktur wie Wasser- und Energieversorgung abgeschnitten. Für dieses Umfeld wollen wir eine Lösung finden.”

Vor allem in Hinblick auf die Energieversorgung ist das Projekt interessant. Unter anderem ist das Dresdner Solarunternehmen Heliatek beteiligt, das Solarzellen herstellt, die in die Gebäudehülle eingelassen sind. Den Solarstrom speichern im Anschluss Akkus.

Für die Wärmeversorgung sorgt unter anderem eine Seewasserwärmepumpe. Die Wärme lagert für den Herbst und Winter auf einem extra Beiboot ein sogenannter Zeolith-Wärmespeicher. Der besteht, vereinfacht gesagt, aus einem sehr porösen Granulat, das große Mengen Wasser wie ein Schwamm aufnehmen und abgeben kann und dabei Wärme speichert oder zum Heizen abgibt.

Für zusätzliche Wärme an kalten Wintertagen sorgt ein Kamin, in dem sogenannte Phasenwechselmaterialien verbaut sind. “Im Grunde funktioniert das so wie ein Kachelofen”, erklärt Potthoff. Der Unterschied: Die Wärme speichern nicht die Kacheln, sondern ein Material, dass sich bei der Aufnahme von Wärme verflüssigt wie Wachs. Wird die Umgebung kühler, geht das Wachs wieder in den festen Zustand über und wärmt den Raum.

Das benötigte Wasser der Bewohner kommt aus dem See und wird gefiltert. Nach Gebrauch reinigen es die Filter wieder und Pumpen leiten es zurück.

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Vision eines schwimmenden autartec®-Hauses. © Fraunhofer IVI

Wie wird das Hausboot aussehen?

Ein Projekt für die breite Masse ist das autarke Hausboot aber ersteinmal nicht. Die Projektpartner investieren einen niedrigen einstelligen Millionenbetrag in den Bau und die Abstimmung der unterschiedlichen Technologien, von denen die meisten schon am Markt verfügbar sind.

Im Sommer 2016 könnte das Boot schon zu Wasser gelassen werden. Das unter anderem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützte Projekt endet im Herbst 2017. Über das Design des Hauses soll jetzt ein Architekturwettbewerb entscheiden.

Weitere Informationen zum Projekt autartec® finden Sie unter www.autartec.com >>

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Thomas Wilde gilt in Deutschland als Pionier der schwimmenden Häuser und betreibt bereits mehrere solcher postmodern gestalteten Wohngebäude: »Eine Übernachtung auf dem See garantiert ein ganz besonderes Freizeiterlebnis für technikaffine oder schlicht erholungsuchende Großstadtnomaden«.

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