Architekten-Blog für Südtirol

Eine Sahnehaube für die olympischen Spiele

Eine Lichtshow auf der gleißend weißen Gebäudehülle wird aus der Basketball-Arena einen echten Blickfang machen. Aber nur bis nach den Spielen.


Normalerweise wird eine Olympische Wettkampfstätte so gebaut, dass man sie auch nach Beendigung der Spiele noch als Gebäude nutzen kann. Nicht so die Basketball Halle der Spiele 2012. Denn die soll nach Olympia 2012 wieder abgebaut werden.

Die Basketball Arena nur für Olympia 2012

Die Basketball-Arena der Olympischen Spiele 2012 in London ist als Multifunktionsgebäude geplant. Während der Olympiade finden dort die Basketball- und Handballwettkämpfe statt und während der Paralympischen Spiele kann man in der Arena Rollstuhl-Rugby und Rollstuhl-Basketball verfolgen. Das Feld muss also unterschiedlichen Anforderungen gerecht werden und soll in knapp einem Tag umgebaut werden können. Doch damit nicht genug.

Olympia recyclebar

Das Material der Halle soll nach den Spielen entweder recycled oder in anderen Wettkampfstätten genutzt werden. Die Basketball-Arena ist die größte Teilzeit-Wettkampfstätte, die je für olympische Spiele gebaut wurde.

Besondere Anforderungen an die Konstruktion

Die quaderförmige Grundkonstruktion besteht aus einer 1000 Tonnen schweren Stahlrahmen-Konstruktion, die mit 20.000 m² recyclebarer PVC-Membran bespannt wird.

Das Dach ist nach oben gewölbt, so erhielt die Membran die nötigte straffe Spannung. Die einzelnen Elemente des Stahlgerüsts zeichnen sich als Muster an der weißen Membran ab. Von außen lässt sích die Stahlrahmen-Konstruktion nur erahnen, ihr Gefüge wird erst innen sichtbar.

Die Konstruktion besteht aus Stahlbögen, die durch ihre ausgeprägte Form die charakteristische Wölbung des Daches erzeugen.

Die einzelnen Bögen werden unter anderem durch Stäbe untereinander ausgesteift. Das hohe Maß der Vorfertigung erlaubte es, die gesamte Rahmenkonstruktion in nur drei Monaten fertig zu stellen.

Sitze wie ein Basketball

Im Innenraum der temporären Halle gruppieren sich 12.000 Sitzmöglichkeiten um das rechteckige Spielfeld. Die Farben der Sitze, Schwarz und Orange, erinnern in ihrer Anordnung an das Muster eines Basketballs.

Über den Köpfen der Zuschauer und Spieler sind die Stahlkonstruktion und die Membran sichtbar. Sie haben ihren Zweck nach den Spielen erfüllt.

Tagsüber wirkt die Membran gleißend weiß, bei Nacht soll sie als Leinwand für Lichtshows genutzt werden.

United Visual Artists werden an den leinwandartigen Oberflächen effektvolle Lichtspiele in Szene setzen. Zahlreiche, einzeln steuerbare LEDs werden bewegte Bilder erzeugen und die komplette Fassade in Farben tauchen.

Für die Planung der Arena ist das britische Büro von Sinclair Knight Merz in Zusammenarbeit mit Wilkinson Eyre Architects und KSS verantwortlich.

Architekten: Sinclair Knight Merz – Basketball Arena – London

Quelle Architektur: Mapolis

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