Architekten-Blog für Südtirol

Gerade, krumm und buckelig

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Das Projekt CityLife verändert Mailänder Skyline. Der Gerade, der Krumme und der Bucklige so nennen es auch die Mailänder Bürger. Drei futuristische Hochhäuser die das Mailänder Stadtbild nachhaltig verändern werden.


Mailand wächst in die Höhe. Ein Reihe von Großprojekten zeigt, dass die Stadt sich als Stadt gleichsam wiederentdeckt. Jahrzehntelang brach liegende, ehemals industriell genutzte Flächen werden in öffentlich zugängliche urbane Landschaft umgewandelt. Und das nicht im Randbereich, sondern auch in zentralen Lagen.

Am Garibaldi-Bahnhof/Porta Nuova entsteht gerade auf 290.000 Quadratmetern (das entspricht einer Fläche von 40 Fußballfeldern) ein völlig neues Stadtviertel mit Hotels, Büro- und Wohnräumen sowie einem Mode- und Informationszentrum.

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40 Fußball Felder für 3 Hochhäuser

Ein neues Stadtviertel mit Hotels, Büros und Wohnungen sowie einem Mode- und Informationszentrum soll in Mailand entstehen. Dafür ist eine Fläche von mehr als 290000 Quadratmeter vorgesehen. Vor allem die geplanten Hochhäuser mit ihrer ungewöhnlichen Formensprache regen die Mailänder zu kontroversen Diskussionen an. Doch es soll nicht alles zugepflastert werden. Etwa die Hälfte der Fläche wird nicht bebaut.

Das ganze Projekt ist eingebettet in eine Parklandschaft. Der Autoverkehr bleibt ausgespart oder wird unter die Erde verbannt.

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Zum Komplex gehören drei Hochhäuser von bis zu 144 Metern Höhe, wobei fast die Hälfte der gesamten Bodenfläche für eine neue Parkanlage, Fußgängerzonen und Fahrradwege reserviert bleibt. In drei Jahren sollen die Arbeiten abgeschlossen werden.

Gleich nebenan wächst in diesen Monaten das zukünftige Verwaltungszentrum der Region Lombardei rund um einen Zentralbau von 161 Metern in atemberaubendem Tempo in die Höhe – bereits Ende kommenden Jahres sollen die Schlüssel übergeben werden.

Damit wird Mailands bislang höchster Bau, der Grattacielo Pirelli (127 Meter) an der Stazione Centrale, gleich mehrfach in den Schatten gestellt.

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Das Aushängeschild der Mailänder Stadtplanung – aber wohl auch das bislang umstrittenste Projekt – hat jetzt seinen Anfang auf dem alten Messegelände am westlichen Rand der Innenstadt genommen. Auf dem rund 255.000 Quadratmeter großen Areal errichtet das Konsortium CityLife unter anderem drei Hochhäuser von 216 Metern (Architekt Arata Isozaki), 185 Metern (Zaha Hadid) und 156 Metern (Daniel Libeskind). Ihrer jeweiligen Form nach hat sie der Volksmund in „der Grade“, „der Krumme“ und „der Bucklige“ getauft.

Das Projekt ist umstritten

Darf man so hoch bauen in dieser Stadt? Widerspricht das nicht Mailänder Stil und Tradition? Vor allem in der Lokalpresse kocht immer wieder eine Debatte hoch. Aber die Bürgermeisterin Letizia Moratti bleibt in der Sache hart. Das Projekt sei nach einer internationalen Ausschreibung durch eine Fachjury entschieden und dann vom Stadtrat genehmigt worden. Das könne man jetzt nicht so einfach rückgängig machen.

Möglich wurde die Planung durch den Umzug der Mailänder Messe in ein neues, von Massimiliano Fuskas entworfenes Messezentrum vor den Toren der Stadt. Zur Finanzierung ihrer neuen Messe hat die Messegesellschaft daraufhin das alte Gelände im Stadtbereich an den Gewinner der Ausschreibung, das Konsortium CityLife, für 523 Millionen Euro verkauft. CityLife will, alles in allem, hier zwei Milliarden Euro investieren.

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Zum gesamten Projekt, das die drei internationalen Stararchitekten Isozaki, Hadid und Libeskind zusammen mit ihrem italienischen Kollegen Pier Paolo Maggiora entworfen haben, gehören noch ein Bau für das geplante Museum der Gegenwartskunst, die Umstrukturierung eines historischen Pavillons der alten Messe in ein Kulturzentrum für Kinder und Familienaktivitäten (Palazzo delle Scintille) und Wohnblocks mit rund 1300 Appartements in drei Bereichen jeweils hinter den Hochhaustürmen. In denen ist geplant, Hotels und Büros unterzubringen. Auf einer Platzanlage zwischen den Hochhäusern soll neben dem U-Bahn-Bahnhof „Tre Torri“ der neuen Linie 5 ein Bereich mit Geschäften, Restaurants und Sozialeinrichtungen (Kindergarten, Stadtbibliothek) entstehen.

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