Architekten-Blog für Südtirol

Museum als Bandnudel

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Offiziell heisst das neue Museum: Museo nazionale delle arti del XXI secolo. Das ist aber sehr lang, deshalb nennen es die Römer kurz: MAXXI. Der Volksmund in der italienischen Hauptstadt hat sogar noch einen ganz anderen Spitznamen für das neue Museum für moderne Kunst im 21. Jahrhundert: Tagliatelle, Bandnudel. Sehen Sie hier warum.


Das neues Museum für moderne Kunst im 21. Jahrhundert in Rom wurde nach 11 Jahren Planungs- und Bauzeit eröffnet. Eine vergleichsweise lange Bauzeit, doch hier scheint gut Ding seine Weile gebraucht zu haben, denn das Ergebnis ist es wert näher angesehen zu werden. Einen Spitznamen gibt es auch schon: Tagliatelle, so nennen die Römer liebevoll ihr neues Museum für moderne Kunst im 21. Jahrhundert.

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Nachts ist das neue Museum in gleißendes Kunstlicht getaucht. Das Weiß der Architektur erschein noch weißer.

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1998 fasste das italienische Kulturministerium den Entschluss, in Rom ein Nationalmuseum für zeitgenössische Kunst zu bauen, da Rom eine der wenigen europäischen Hauptstädte ohne eigenes Museum für moderne Kunst war. Aus dem ausgeschriebenen Wettbewerb ging die Architektin Zaha Hamid als Siegerin hervor. Als Standort für das neue Museum wählte man ein altes Kasernenareal des späten 19. Jahrhunderts im Viertel Flaminio aus.

Zaha Hadid hat sich eingeordnet in die Tradition der römischen Baumeister, die ebenfalls Dekaden mit der Errichtung ihrer Bauwerke verbrachten.

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Architektin Zaha Hadid hat den Bau in die bestehenden Strukturen des Viertels eingepasst. Das Museum hat eine L-förmige Grundform und besteht aus mehreren langen Sichtbeton-Gebäudeteilen, die ineinander, über- und untereinander zu fließen scheinen. Im Inneren wird der Bau von großzügigen Galerien, Schrägen, Rampen und Kurven beherrscht, Kunstlicht und natürliches Licht aus großen gläsernen Fronten beleuchten die Galerien, Säle und Kabinette. Die einzelnen Stockwerke sind über freischwebende schwarze Treppen miteinander verbunden.

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Wie mehrere übereinander liegende Nudeln liegt das Museum nördlich der römischen Altstadt unweit des Tiber. Der Volksmund nennt es folgerichtig „Tagliatelle“.

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Kein statisches Objekt, sondern ein sich veränderndes Experimentierfeld mit einem Mix aus temporären, fixen und kommerziellen Elementen, eine Verflechtung von Kunst und Architektur, in dem viele Programme und Nutzungen sich überlagern können. Offen, transparent und einladend, empfängt das Foyer den Besucher.

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Das Areal ist eine große Ausstellungsfläche, in denen geshapte Wände, Rampen und Brücken den Raum durchschneiden und an den Schnittstellen vielfältige Perspektiven ermöglichen. Die Dynamik der Bewegung wird durch die filigranen Lamellen, die die Glasdecke für die natürliche Belichtung tragen, verstärkt. Und ganz ihrer Überzeugung folgend, gibt es weder gerade Wände, rechte Winkel noch Raumabschlüsse.

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Fakten

Architekt: Zaha Hadid Architects in Kooperation mit Studio Croci & Associati (Rom),
Status: Wettbewerb 1998, Eröffnung: 2010
Größe: BGF: 30.000 m2
City: Rom, Italien
Bauherr: Italian Ministry of Culture, Rome, Italy

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