Architekten-Blog für Südtirol

Museum am Strom

Neue flämische Architektur. Der Name der Stadt Antwerpen soll der Überlieferung nach von “Hand werpen” herrühren. Die Legende erzählt, ein Riese hätte einst von den vorbeifahrenden Schiffen Zoll verlangt und falls sie nicht zahlten, habe er den Schiffern eine Hand abgehackt.

Auf diese Legende um die Stadtgründung Antwerpens bezieht sich das Haus der dreitausend Hände. Es steht im Zentrum Antwerpens, im alten Hafengebiet.



Als Zeichen für eine neue dynamische Stadtentwicklung steht das MAS, ein 65 m hoher Bau aus übereinander gestapelten Blöcken mit abgestuften Steinfronten im Wechsel mit gläsernen Partien. Decken, Böden sowie Innen- und Außenwände tragen rote Sandsteinplatten.


Im Detail: Dreitausend Hände aus Aluminium nehmen Bezug auf die Geschichte „Ant-werpens“.


Architekten des 20.000 m² großen Museumbaus für Stadtgeschichte sind das Baumeister-Duo Willem Jan Neutelings und Michiel Riedijk mit Büro in Rotterdam. Früher einmal habe ich über diese Architekten gelesen, dass wenn man ein Gebäude bei Neutelings-Riedijk bestellt, man ein Wahrzeichen erhält – sinnlich und unübersehbar. Willem Jan Neutelings erklärte bei der Baustellenbesichtigung: “Wir gehen vom Totalvolumen aus, von der vollen Masse. Wie ein Bildhauer aus einem Granitblock hauen wir uns die gewünschte Form heraus. Mit Anorexia-Bauten haben wir nichts am Hut, unsere Werke sind wie Rubens-Frauen.” Tatsächlich wirkt die 30 Mio. EUR teure Architektur des MAS füllig und schwer.


In zehn großen Boxen sind Exponate zu verschiedensten Themen zu sehen. Während der Besucher in den geschlossenen Boxen der Ausstellung die Geschichte Antwerpens studieren kann, liefert ihm ein um alle neun Stockwerke laufender verglaster Umgang Ausblicke auf das Hier und Heute von Antwerpen. Die gewellte Verglasung wirkt wie ein Vorhang.


Das MAS ist Programm und Kultur als Urbanisierungsfaktor: Es soll Foyer sein für offizielle Empfänge und Feierlichkeiten und gleichzeitig ein Forum für öffentliche Debatten über aktuelle Themen und ‚Hot Items’. Antwerpen soll sich mit architektonischen Kunstwerken wieder zu einer der bedeutendsten und lebhaftesten Metropolen Europas entwickeln, wie einst als wohlhabende kunstsinnige Kaufleute wie Fugger und Medici Dank Ihrer Niederlassungen zur Blüte der Stadt beitrugen.


Museum Antwerpen

Auftraggeber: Stadt Antwerpen
Architekt: Neutelings Riedijk Architecten, Rotterdam
Bauzeit: 10/2006 bis 02/2010
Eröffnung: 05/2011
Größe: 19.577 m2

Quelle Architektur: Mapolis

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