Architekten-Blog für Südtirol

Nachhaltigkeit anno 1970

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Nachhaltigkeit ist ein modernes Wort. Es wurde in der westlichen Welt populär nach den Anschlägen von 9/11 und bezeichnet ein „nachhaltiges“ Wirtschaft, das Ressourcen der Natur spart und ihr nicht mehr entnimmt, als auch nachwächst. Es gibt aber auch Menschen, die sind ihrer Zeit voraus; bereits in den 1970ern entwickelte etwa der schwedische Architekt Bengt Warne sein Konzept vom „Naturhus“.


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Das Naturhaus in Uppgränna bringt mediterranes Klima nach Schweden und sensibilisiert für nachhaltiges Handeln.

Mediteraner Mini-Kosmao im kalten Schweden

Seit Jahren beschäftigen sich Architekten und Ingenieure mit nachhaltigem und umweltfreundlichem Bauen. Bereits in den 1970ern jedoch, entwickelte der schwedische Architekt Bengt Warne sein Konzept vom „Naturhaus“ („Naturhus“ auf Schwedisch).

Das Naturhus ist ein Haus im Haus Konzept, wobei ein inneres Holzhaus, von einem äußeren Gewächshaus umgeben wird. Es entsteht ein mediteraner Mini-Kosmos mitten im meist sehr kalten Schweden.

Dass es sich beim Naturhus auch nach vierzig Jahren immer noch um eine großartige Idee handelt, davon waren Tailor Made Arkitekter aus Göteborg überzeugt und haben das Konzept deshalb jetzt umgesetzt. Im Juni dieses Jahres wurde das Naturhus im kleinen Uppgränna am Vättersee fertiggestellt.

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Holzhaus im Glashaus

Bei dem Naturhaus in Uppgränna handelt es sich um ein multifunktionales Gebäude, das sowohl Tagungs- als auch Veranstaltungsräume sowie ein Café umfasst. Ein Bestandsgebäude in Form einer Scheune wurde zuvor abgerissen. Mit seiner Fassade aus knallrot gestrichenen Holzlatten folgt der Neubau der Tradition schwedischer Scheunen und kombiniert sie mit der gewaltigen Glasfassade.

Der obere Bereich ist ein Haus im Haus, wobei ein isoliertes Holzvolumen weitgehend von einem riesigen, ungeheizten Glashaus umschlossen wird.

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Es entsteht ein mediterranes Raumklima

In dem „Gewächshaus“ befinden sich bepflanzte Beete und Terrassen mit einer fantastischen Aussicht auf den Vättersee – all das bei mediterranem Klima. Die Glashülle verzögert die äußeren Temperaturschwankungen und gibt sie in milderer Form an das Innere weiter, die Temperatur sink, auch im schwedischen Winter, niemals unter sieben Grad Celsius.

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Ein eigener Öko-Kreislauf

Das große Mehrzweckhaus benötigt keinen Anschluss an das städtische Abwassersystem, denn es besitzt seinen ganz eigenen Abwasserkreislauf. Die großen bepflanzten Beete reinigen das Abwasser und beziehen aus ihm Nährstoffe, woraus letztendlich wiederum Früchte gedeihen. Ein eigener Mikrokosmos, bei dem alles was man in dieses System hineingibt, am Ende auch wieder zu einem selbst zurückkommt.

Da das Äußere von traditionellen schwedischen Scheunen inspiriert ist, sind Fenster und Türen auch weitgehend mit den für diese Architektur typischen Läden versehen, was der Fassade eine gewisse Dynamik verleiht und den Wärmeverlust bei Nichtbenutzung reduziert.

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Projektdetails

Architect: Tailor Made Arkitekter
Fertigstellung: 2015
Fläche: 520 m²;
Fläche Gewächshaus: 200 m²
City: Uppgränna, Schweden

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