Architekten-Blog für Südtirol

So sehen heute Olivenölfabriken aus

So sehen heute also tatsächlich Olivenoelfabriken aus. Zumindest im portugiesischen Ferreira de Alentejo. Der Architekt Ricardo Bak Gordon zeigt uns, wie eine Olivenölfabrik zur interessanten Architektur werden kann, die sich gekonnt mit ihrer Umgebung verbindet.


Die Ölfabrik Herdade do Marmelo in Ferreira do Alentejo, Portugal

Die Ölmühle umfasst eine bebaute Fläche von mehr als 5000 Quadratmetern und ist eingebettet zwischen 3 Mio. Olivenbäume.

Auf den ersten Blick auffallend an der Architektur des talentierten Architekten ist der Bezug zur Landschaft, und das Resultat ist ein Gebäude, das friedlich als abstraktes, weißes Volumen inmitten einer Plantage liegt.


Das Gebäude liegt friedlich inmitten einer Olivenoelplantage etwas abstrakt und sehr weiss.


Das Konzept: konstante Haltung zur Landschaft

Vermutlich führt die Geschichte des portugiesischen Olivenöls bis in die Bronzezeit zurück, sicherlich aber bis zur Zeit der Römer.

Olivenöl war schon immer ein Teil der portugiesischen Küche. Die Landwirtschaft ist bei einer Exportrate von 75% ein wichtiger Wirtschaftssektor und Olivenöl eines der wichtigsten Exportprodukte.

Der Architekt stellte sich zwei grundlegende Fragen: Kann eine Ölfabrik architektonisch interessant sein und wie lässt sich die Fabrik mit den örtlichen Gegebenheiten verbinden?

Beide Anforderungen hat Bak Gordon meisterhaft gelöst.

Die Betreibergesellschaft forderte neben einer guten technischen Ausführung auch den bewussten Umgang mit der Landschaft. Das wurde auch Ricardo Bak Gordon zum Leitprinzip und zu einem wichtigen Kriterium für seine Arbeit.


Der architektonische Reiz einer Olivenölfabrik

Ricardo Bak Gordon behandelt den Bau einer Ölfabrik mit derselben Sensibilität wie den eines Wohnkomplex oder eines Museums.

In einem Interview wurde Ricardo Bak Gordon mit der Frage konfrontiert, in welcher Art und Weise er sich mit Architektur befasst

„Ich glaube, dass jedes Projekt nach bestimmten Themen der Recherche verlangt. Ich denke auf jeden Fall, dass es eine poetische Komponente gibt, die alle Schritte der Arbeit bestimmter Autoren kreuzt. In diesem Zusammenhang gibt es Arbeiten auf die ich zurückgreife und mit denen ich mich befasse.“

Der Architekt Gordon sagt selbst dazu: „Wir reden nicht von dem Land, das das Gebäude umgibt, sondern von der umfassenden Landschaft.“


Die Olivenplantage reicht bis in die unmittelbare Nähe des Fabikgebaudes.

Das Gebäude hat zwei horizontale Ebenen. Die untere Ebene schafft den Bezug zur Erde und die dunkle Farbe der Wände kohäriert mit ihr.

Die zweite Ebene dagegen ist hell und weiß. Sie schwebt, von Stelzen getragen, über der unteren Ebene und dehnt sich mit ihren beiden Kragarmen in zwei Richtungen aus. Die Arbeiter sind durch diese Überdachung vor der Witterung geschützt. Der gesamte Arbeitsbereich ist großzügig beleuchtet.

Das Gebäude ist ein markanter Blickfang, der nicht nur am Tag wahrgenommen wird. Während der Olivenernte ist das Gebäude schon aus einer großen Distanz 24 Stunden lang sichtbar, denn die Kragträger werden nachts beleuchtet.

Ricardo Bak Gordo sieht sie Notwendigkeit, sich mit Strukturen der europäischen Kultur und europäischer Städte auseinander zu setzen und ist in diesem Prozess auf der Suche nach seiner eigenen Kultur und seinen eigenen Wurzeln. Das meistert der begabte Architekt gekonnt.


Architekten: Ricardo Bak Gordon – Oil factory/mill – Ferreira do Alentejo, Portugal

Quelle Architektur: Mapolis

Sagen Sie uns Ihre Meinung

*