Architekten-Blog für Südtirol

Vertikale Stadt

Imposante Kulisse für die Rotterdamer Erasmusbrücke. Am südlichen Maasufer soll bis 2013 der Komplex „De Rotterdam“ von Rem Koolhaas als bislang größtes Bauprojekt in den Niederlanden fertiggestellt werden.


Geschichtsträchtiger Ort

Einst brachte der Passagierdampfer „Steam Ship Rotterdam“ Tausende von europäischen Emigranten vom Rotterdamer Wilhelminapier aus nach Amerika.

An gleicher Stelle soll jetzt der nach dem Schiff benannte Hochhaus-Cluster „De Rotterdam“ die imposante Skyline der Stadt komplettieren und für eine weitere Belebung des seit den 1990er-Jahren umgewandelten ehemaligen Hafenquartiers Kop van Zuid sorgen.

Lofts in Lagerhäusern und schwimmende Pavillons für eine nachhaltige Zukunft – die Architekturstadt Rotterdam hat sich in wenigen Jahren rasant entwickelt.

Schon seit Jahrzehnten pflegt Rotterdam seinen Ruf als Architekturhauptstadt der Niederlande. Die Architektur ist neben dem Hafen das zweite Standbein und ein echter Exportschlager geworden. Der berühmteste Architekt der Niederlande Rem Kohlhaas und dessen Büro OMA, aber auch andere weltweit tätige Büros wie MVRDV, West 8, KCAP und Neutelings Riedijk haben hier ihren Hauptsitz.

Manhattan an der Maas

„De Rotterdam“ setzt sich zusammen aus drei komplex gestalteten Hochhaustürmen, die dicht nebeneinander stehend über einem fünfgeschossigen Sockel aufsteigen. Gemeinsam sollen sie nach Koolhaas‘ Vorstellung eine 41 Geschosse hohe „vertikale Stadt“ mit einer Bruttogrundfläche von rund 160.000 Quadratmetern bilden.

Der Name des Gebäudes bezieht sich auf die Geschichte von Wilheliminapier, wo in den vergangenen Jahren Tausende von Menschen mit Holland America Line (HAL) nach Amerika ausgewandert sind. Eines der Schiffe, die zwischen Rotterdam und New York pendelten, erhielt den Namen Rotterdam.

Neben 70.000 Quadratmetern Büroflächen sowie Appartements mit einer Gesamtfläche von 35.000 Quadratmetern sind dabei auch ein Hotel, Konferenzräume, ein Fitnessstudio, Geschäfte, Restaurants und Cafés im halböffentlichen Sockel des Gebäudekomplexes vorgesehen.


Die Vertikale Stadt De Rotterdam

In einem klassischen Wolkenkratzer treffen Sie andere Menschen nur in den Aufzügen, aber die Idee von De Rotterdam besteht darin, dass man 24 Stunden am Tag in diesem Gebäude leicht miteinander verbringen kann, wie in einer richtigen Stadt. Das heißt, dass das Gebäude alle Arten von Einrichtungen zum Arbeiten, Wohnen, Essen & Trinken und Einkaufen wie in einer kleinen Stadt bietet. Daher ist De Rotterdam auch als vertikale Stadt bekannt.

De Rotterdam wird im Jahr 2013 eröffnet und es wird sicherlich das Kronjuwel moderner Himmellinie von Wilhelmina Pier, wie man es schon von den künstlerischen Darstellungen ersehen kann.

Schon jetzt lässt sich dabei vorhersagen, dass sich Koolhaas‘ neues Stück Rotterdam bis dahin zusammen mit der angrenzenden Erasmusbrücke von Ben van Berkel als gemeinsames neues Wahrzeichen der Stadt etabliert haben wird.

Architekten: OMA – De Rotterdam – Rotterdam

Quelle Architektur: Mapolis

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